Stadt Oppenheim

Integrationspauschale: Vereine profitieren von Förderung

Mit reichlich Cleverness und Beharrlichkeit ist es der Stadt gelungen, trotz des viel zitierten Sparzwangs, Weg weisende Projekte in den Bereichen Soziales und Bildung voranzutreiben (wir berichteten Anfang September). Das Zauberwort und gleichsam nachhaltige Konzept dafür lautet „Integrationspauschale“, aus der auch Oppenheimer Vereine jetzt maßgeblich profitieren werden.

„Unser großer Dank gilt dem noch amtierenden Zweiten Beigeordneten Dieter Fischer, der sich engagiert diesem wichtigen Thema gewidmet hat, bevor sich Ende des Jahres diese Fördertür schließt“, bricht Stadtchef Walter Jertz eine Lanze für seinen scheidenden Mitstreiter, der federführend die Koordination der zahlreichen Projekte im Gesamtwert von rund 50 000 Euro übernommen hatte, unter den auch die Vereinsvorhaben mit einem Gesamtvolumen von rund 14 000 fallen. „Neben Projekten im Bereich Bildung, profitieren auch die Integrationsbemühungen der Vereine aus unserer mehr als vielfältigen Oppenheimer Vereinslandschaft von der Fördermöglichkeit, für deren Nutzung unser besonderer Dank der Kreisvolkshochschule und natürlich dem Land gilt“, so Jertz weiter mit Blick auf die Maßnahmen im Detail, für die der Stadtrat bereits im Mai grünes Licht gegeben hatte.

So erhält der TV Oppenheim rund 5 000 Euro zur Unterstützung der Beitragsfreiheit von 17 Flüchtlingen und deren Ausstattung mit Leihausrüstung.
Weiterhin profitiert der FSV Oppenheim in Höhe von 8 000 Euro von der Pauschale. „Bereits seit Jahren arbeitet der FSV intensiv und erfolgreich daran, allen an sport- und fußballinteressierten Menschen – unabhängig von Alter, Herkunft, Sprache, Gruppenzugehörigkeit und Hautfarbe – eine Willkommensatmosphäre zu bieten“, heißt es dabei in der Erläuterung. Ferner wurden aktuell drei Flüchtlinge als Spieler aus Syrien und Afghanistan in die A-Jugend aufgenommen. Intensiver Kontakt und Austausch zum „Internationalen Bund“ oder Wohngruppe von „Juvente Mainz“ runden das Engagement in der Flüchtlingshilfe ab. Wichtig, so die Begründung, sei auch „allen Bedenken bei diesem Thema  entgegenzutreten, dass der gleiche Maßstab beim FSV auch für sozial schwächere Oppenheimer Familien gelte, bei denen auf Mitgliedsbeiträge verzichtet und die Spielerinnen und Spieler mit allem Notwendigen ausgestattet werden, damit sie ohne Unterschied am Spielbetrieb teilnehmen können“.
Auch der Chor des Gesangvereins Harmonie darf sich über eine Zuwendung in Höhe von rund 700 Euro freuen, die in die Anschaffung eines neuen E-Pianos investiert werden. Der defekte, betagte Vorgänger musste ausgemustert werden, da eine Reparatur nicht mehr möglich war.  „Der Gesangverein Harmonie ist weltoffen bezüglich der Mitglieder und seines Liedgutes. Der Gesangverein öffnet sich Migranten und hofft auf weitere Zugänge, in dem der Chor verstärkt internationale Lieder singt, auch um damit Migranten zum Mitzumachen zu motivieren. So werden aktuell in dem Konzert am 02.09.2018 in der Emondshalle mehrere afrikanische Lieder in den jeweiligen Landessprachen dargeboten“, begründet der Verein seine Bitte auf Förderung.

„Gerade in Zeiten, in denen Fremdenfeindlichkeit offenbar wieder salonfähig wird, setzen wir in einem bunten, vielfältigen und weltoffenen Oppenheim ein Signal – Und das ohne Lippenbekenntnisse. Vielmehr dadurch, dass Geld in die Hand genommen wird, das dort ankommt, wo es hingehört:
An gesellschaftliche Verwerfungslinien, um grenzüberschreitendes Miteinander zu fördern“

– Stadtbürgermeister Walter Jertz –