Stadt Oppenheim

Bauhof-Praktikum als gelebte Inklusion

Sorgfältiges Kehren, Mülleimer ausleeren, Rasen mähen, Grünflächen sensen, und an vielen Flecken der Stadt nach dem Rechten sehen. Der Tagesablauf von Colin Weisel in Diensten des Oppenheimer Bauhofs, wo er ein Langzeitpraktikum absolviert ist vielfältig und fordert den jungen Mann. Dabei lernt sich der Undenheimer, trotz seiner kognitiven Beeinträchtigung, ganz neu kennen, entwickelt Talente, Neigungen und stellt sich neuen Herausforderungen.

„Inklusion wird bei uns groß geschrieben. Natürlich bedeutet die Betreuung von Colin einen Mehraufwand für die Kollegen, aber wir haben eine soziale Verpflichtung, die wir sehr ernst nehmen, um jungen Menschen wie Colin den Berufseinstieg zu erleichtern“, weiß sein Chef, Stadtbürgermeister Marcus Held um die Wichtigkeit des Praktikums. „Am liebsten bin ich mit Jesse unterwegs. Die Arbeit macht mir große Freude und ich komme prima mit meinen Kollegen aus“, bricht Colin, der am Weinfest-Samstag seinen 18. Geburtstag feiert, eine Lanze für Bauhof-Mitarbeiter Jesse Fisher, der sich liebevoll, aber auch streng und umfassend um den Praktikanten kümmert, der all seinen Kollegen ans Herz gewachsen ist. „Es ist schwierig, ein Kind mit Beeinträchtigung in ein Praktikum zu vermitteln. Ich habe eine eigene Firma, die viel in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeindeverwaltung macht und so kam der Kontakt zu Bauhofleiter Wolfgang Herzog und Marcus Held zustande, die es dankenswerterweise verstanden haben, Colin optimal zu integrieren“, freut sich auch Papa Thomas Weisel, der seinem Sohn eine tolle Weiterentwicklung während seiner bereits absolvierten Praktikumszeit von zwei Jahren, die jetzt verlängert wurde. An zwei Tagen in der Woche ist Colin Teil eines starken und umsorgenden Teams, das gerade jetzt, rund ums Weinfest, tatkräftige Unterstützung gut gebrauchen kann. „An Colins Beispiel sieht man die sehr positive Entwicklung, die er, dank des hier prima praktizierten Inklusionsgedanken, genommen hat. Das wirkt sich nicht nur positiv auf ihn aus, sondern auch die Kollegen profitieren von der Zusammenarbeit mit ihm im Team, ist sich der stellvertretende Bauhof-Leiter Günter Mündnich sicher, der dem jungen Mann, der auch in seiner Freizeit am liebsten draußen ist und gerne Fahrrad fährt, nach anfänglichen Startschwierigkeiten eine rasant positive Entwicklung bescheinigt. „Kein einziger Fehltag. Da sind wir sehr stolz drauf. Und selbst wenn es mal Probleme auf dem Bauhof mit Kollegen oder wegen der Arbeit gibt, bin ich froh, wie Colin das mit den Kollegen intern regelt. Der Papa erfährt dann nix – Und das ist auch gut so. Schließlich sind die Jungs ein eingeschworenes Team“, schmunzelt Thomas Weisel, der sehr froh ist, dass die anfangs noch anwesende Integrationskraft des Vereins „Körper- und Mehrfachbehinderte Mainz gemeinnützige GmbH“ für Colin nicht mehr notwendig ist. „Colin ist selbstsicherer, eigenverantwortlicher, offener und zugänglicher geworden. Er weiß sich zu wehren, besser einzuschätzen und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Das kann keine Schule oder Einrichtung leisten, nur die eigenen Erfahrungen“, ist der Papa sichtlich stolz auf Colin.

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