Stadt Oppenheim

Spezial: „Von Niedersprockhövel nach Oppenheim“

Blick in einen im Ausbau befindlichen Keller im Oppenheimer "Untergrund".

Blick in einen im Ausbau befindlichen Keller im Oppenheimer „Untergrund“.

Von Niedersprockhövel nach Oppenheim: Wie ein ehemaliger Bergmann wieder „Untertage“ ging

Die Geschichte begann im Frühjahr 2015 im Bergbaumuseum in Bochum. Unser aktives Mitglied im Heimat- und Geschichtsverein (HGV) Niedersprockhövel, Horst Schlottmann, nahm an einer Führung teil. Bei einer Maschinenvorführung sprach ihn ein weiterer Besucher an. Das Gespräch vertiefte sich und weckte bei Horst Schlottmann das Interesse über die Aufgaben in Oppenheim. In Oppenheim werden seit Jahren unterirdische Gänge restauriert. Hierzu werden erfahrene Bergleute gesucht. Horst Schlottmann, als ausgebildeter Hauer, war für diese anstehenden Arbeiten gut einzusetzen. Über den Mitbesucher im Museum, Jürgen Heckes, mittlerweile auch Mitglied im HGV, wurde die Verbindung zur Stadt Oppenheim geknüpft. Durch die Denkmalspflege erhielt Horst Schlottmann einen Kontakt zur „Deutschen Montan Technologie“ (DMT). Der offizielle Ansprechpartner war der Diplom-Geologe Dr. Michael Thomä.

Dr. Thomä zeichnet verantwortlich für den Arbeitskreis zur Erhaltung und Instandsetzung der vielen 100 Jahre alten und Kilometer langen, unterirdischen Gänge und Stollen zu erhalten
und zu reparieren. Die „Einfahrt“ zur Horst Schlottmann 1. Schicht war am 18. Mai 2015. Die Arbeitsgruppe bestand aus 6 Leuten. Horst Schlottmann hat sechs Wochen lang von Montag bis Freitag in Oppenheim untertage geschafft.Die Hauptaufgabe lag darin, die „Klostergasse“ komplett unterirdisch zu säubern und abzustützen. Die Abstützung geschah durch Erstellung neuer „Türstöcke“, wie sie im Ruhrkohle-Bergbau eingesetzt wurden. Die Lösung dieser Aufgaben waren für unseren Hauer Schlottmann eine sehr geläufige Arbeit. Sein Wissen und Anwendung um diese Abstützung von Stollen wurde in diesem Arbeitskreis gerne aufgenommen.

Dank- und Anerkennungsschreiben der Verantwortlichen dieses Vorhabens sind der Beweis seiner erfolgreich geleisteten Arbeit!

 

Hier ein Auszug eines Schreibens vom Stadtbürgermeister Marcus Held MdB:
Sehr geehrter Herr Schlottmann,

da wir uns vor Ihrer Rückreise in Ihre Heimat nicht mehr persönlich treffen konnten, möchte ich Ihnen auf diesem Weg den Dank der Stadt Oppenheim, aber auch meinen ganz
persönlichen Dank übermitteln.Es ist nicht selbstverständlich, dass jemand in Ihrem Lebensabschnitt so spontan und ohne großes Aufheben bereit ist, seine erlernten Fähigkeiten, noch dazu an einem weit entfernten Arbeitsort, nochmals einzubringen.

Sie haben durch Ihre ruhige und in höchstem Maß kompetente Arbeit dazu beigetragen, dass die Sicherheit für unsere Bürgerinnen und Bürger, aber auch für die Besucher unserer
Stadt, im Bereich der Wormser Straße/Klostergasse wieder sichergestellt ist. Eine kurze Anmerkung zu Dr. Michael Thomä: Dr. Thomä hat sich während seines Studiums intensiv mit der Erdgeschichte und der „Architektur des Blauen Planeten“ befasst. Sein heutiger Arbeitgeber, die Deutsche Montan Technologie (DMT), ist seit vielen Jahren Partner der Stadt Oppenheim. Dr. Thomä hat ein profundes Wissen um die „unterirdische“ Stadt. Viele Anlagen hat er auf deren Standsicherheit untersucht.

Zur Stadt Oppenheimer möchte ich eine Anmerkungen des damaligen Bürgermeisters, Erich Menger zu diesem Thema zitieren: Die „unterirdische“ Stadt von Oppenheim soll und wird nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung die Triebfeder für die zukünftige Entwicklung der „überirdischen“ Altstadt sein. Die Denkmalpflege in Oppenheim gilt nach der Maxime: „Das Erbe der Vorväter bewahren, um die Zukunft der Kinder und Enkelkinder zu sichern.“

 

 

So finden Sie uns vor Ort:

Besuchen Sie die Wein- und Festspielstadt. Wir freuen uns über Ihren Besuch.

Merianstraße 2, 55276 Oppenheim

Kontakt & Anfahrt